Der OD Menschenrechtspreis 2024/2025 wurde an Red Interquorum Pasco aus Cerro de Pasco in Peru verliehen. Dabei handelt es sich um eine Studentenorganisation (Oberschüler*innen und Universitätsstudent*innen), die sich für soziale sowie für Klima-Gerechtigkeit einsetzt. Die Organisation setzt sich für die Stärkung von Demokratie, Menschenrechten und ökologischer Nachhaltigkeit ein. In den über vier Jahren ihres Bestehens hat Red Interquorum Pasco zahlreiche Projekte zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt ins Leben gerufen.
SCHNUPPERE IM OD THEMENHEFT: NO ACEPTAR, ACTUAR!
Cerro de Pasco ist eine Bergbaustadt in den peruanischen Anden und zählt zu den höchstgelegensten Städten der Welt. Ihre Geschichte und Erscheinungsbild ist stark vom Tagebau geprägt, der die Stadt spaltet und der auch die politische und soziale Lage, sowie die Umweltsituation beeinflusst. Aufgrund der starken Kontaminierung durch Schwermetalle treten bestimmte Krankheiten fünf- bis sechsmal häufiger auf, als in vergleichbaren Gemeinden und der durchschnittliche IQ ist um 12 Punkte niedriger als in Nachbargemeinden.
Im Laufe der Jahre haben verschiedene Akteure in Cerro de Pasco versucht, das Bergbauunternehmen aufgrund der Missachtung der Menschenrechte vor Gericht zu bringen, jedoch vergebens. Der Zugang zu Umwelt- und Klimagerechtigkeit für die Menschen in Cerro de Pasco scheint somit noch in weiter Ferne.
Dennoch zeigen Bewegungen wie z.B. „Fridays for future“, dass viele Menschen – vor allem Jugendliche – nicht mehr mit den Regeln des Kapitalismus einverstanden sind und diese verändern wollen. Weltweit haben Bürger*innen beschlossen ihre Stimme zu erheben und von ihrem Staat Verantwortungsübernahme für die Klimakrise zu verlangen. In einigen Fällen wurde ihnen bereits von europäischen/internationalen Institutionen Recht zugesprochen und der Staat zur Wiedergutmachung verurteilt. Genau nach diesen Beispielen will auch Red Interquorum Pasco den peruanischen Staat zur Verantwortung ziehen, und dies für ein sehr konkretes Verbrechen: der Staat hat es verabsäumt, von den Minenunternehmen grundlegende Vorkehrungen zum Schutz der Umwelt und der Bevölkerung zu verlangen, was im Laufe der Jahre zu einer sanitären Notlage in Cerro de Pasco geführt hat.