MENSCHENRECHTS-

PREIS

2026/2027

 

 

Der Menschenrechtspreisträger 2026-2027 ist WALHI Kepulauan Bangka Belitung, eine Organisation von jungen Aktivist*innen aus Indonesien, die sich für den Schutz von Ökosystemen und der lokalen Gemeinschaten gegen die Abbau-Industrie einsetzt.

Die Jugendlichen von Operation Daywork haben am 15. Mai 2026 den OD-Menschenrechtspreis 2026/2027 vergeben. Auch dieses Jahr haben sie beschlossen, andere Jugendliche zu unterstützen, die sich für Menschenrechte einsetzen.

WALHI ist eine indonesische NGO, die sich für Menschenrechte und für den Schutz der Ökosysteme einsetzt. Die Außenstelle WALHI Kepulauan Bangka Belitung (Walhi Babel), Gewinnerin des OD-Menschenrechtspreises, ist in der Provinz Bangka Belitung tätig. Die Politik und Wirtschaft dieser Insel sind stark vom Zinnabbau geprägt, wobei die industriellen Interessen der ökologischen Nachhaltigkeit und der sozialen Gerechtigkeit vorgezogen werden. Rund 23,5% der weltweiten Zinnproduktion stammt aus dieser Insel, die essenzielle Rohstoffe für die Elektronikindustrie liefert.

 Zwischen 2014 und 2020 sind 460.000 ha an Waldfläche verschwunden. Im Jahr 2021 gab es bereits 12.600 Abbaugruben, die sich über 15.000 ha erstreckten. Diese hinterlassen einen unfruchtbaren und weitgehend unbrauchbaren Boden. Nachdem die Reserven im Inland fast vollkommen ausgebeutet worden sind, wurde der Abbau in die Küstengebiete verlegt. Die Folge ist die Zerstörung der Küsten- und Meeres-Ökosysteme. 240.467 ha an Mangroven wurden bereits schwerwiegend beschädigt und nur mehr 33.224 ha sind noch in gutem Zustand. Dies hat direkte Konsequenzen für die Qualität des Wassers und für die Fischerei, von der ein Großteil der Bevölkerung lebt. 

Die Abbau-Industrie hat tiefe sozio-ökonomische Wunden verursacht. Gemeinschaften, die traditionell von Landwirtschaft und Fischerei lebten, haben durch die Boden- und Meeresverschmutzung keinen Lebensunterhalt mehr. Schwache Regierungen haben inzwischen den illegalen Bergbau angekurbelt. Das illegal abgebaute Zinn wird dann mit dem legal abgebauten Rohstoff verschmolzen. Dies macht es für die Verbraucher*innen unmöglich, die Lieferkette der angekauften Produkte (PCs, Smartphones) transparent zurückzuverfolgen und somit bewusste Konsumentscheidungen zu treffen. Abgesehen von den schwerwiegenden Umweltschäden, hat die Ausbeutung der Ressourcen negative Konsequenzen für den Lebensunterhalt der Bevölkerung und für das Sozialgefüge. Soziale Konflikte spitzen sich immer weiter zu.

In diesem Kontext übt WALHI Babel Druck aus, um von einem ausbeutenden auf einen regenerativen Wirtschaftsansatz überzugehen, der den Schwerpunkt auf die Wiederherstellung von Ökosystemen, nachhaltige Lebensgrundlagen und eine Vermögensverteilung legt. Die Stärkung lokaler kultureller Werte soll als Basis für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung dienen.